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Steckregal oder Schraubregal? Die Entscheidung vor dem Kauf

Fachlast, Maße, Aufbau und Umbau im direkten Vergleich: So finden Sie das System, das zu Ihrem Raum passt.

Zuletzt aktualisiert: November 2026 · Von Andreas Knittel, Geschäftsführer Lagerknecht GmbH

Beide Systeme sind aus Stahl, beide tragen schwer, beide lassen sich erweitern. Der Unterschied steckt in der Verbindung: Beim Steckregal werden die Teile ineinandergesteckt, beim Schraubregal mit M8-Schrauben fest verbunden. Daraus folgt alles Weitere, von der Aufbauzeit über die Fachlast bis zu der Frage, ob Sie das Regal beim nächsten Umzug mitnehmen können. Ein Punkt überrascht viele: Das schnellere System trägt bei uns auch mehr.

Der Unterschied auf einen Blick

Beim Steckregal werden die Fachböden in die Lochung der Rahmen eingehängt und rasten ein. Ein Schraubregal besteht aus Winkelprofilen mit durchgehenden Lochreihen, an die Böden und Verbindungen angeschraubt werden.

Das klingt nach einem Detail für Techniker. Tatsächlich entscheidet diese Bauart darüber, wie lange Sie am Samstagvormittag im Keller stehen, wie viel Sie auf eine Ebene legen dürfen und ob Sie das Regal in ein paar Jahren problemlos wieder abbauen können.

KriteriumSteckregalSchraubregal
Verbindungeingesteckt, rastet einverschraubt (M8)
Fachlast pro Boden80 bis 330 kg80 bis 150 kg
Höhebis 300 cmbis 250 cm
Breitebis 170 cmbis 125 cm
Tiefe30 bis 80 cm30 bis 60 cm
Werkzeugkeines, ein Gummihammer hilftM8-Schlüssel oder Akkuschrauber
Aufbauzeit je Feldmeist unter 30 Minuten45 bis 60 Minuten
Böden versetzenaushängen und neu einhängenSchrauben lösen und neu setzen

Die Werte gelten für unser aktuelles Sortiment. Die genauen Maße jedes Modells finden Sie auf den Produktseiten.

Fachlast: Das Steckregal trägt mehr

Viele gehen davon aus, dass verschraubt gleich stabiler heißt. In unserem Sortiment ist es umgekehrt: Steckregale gibt es bis 330 kg Fachlast pro Boden, Schraubregale höchstens mit 150 kg. Wer schwere Sachen wie Motorteile, Fliesenpakete oder viele volle Getränkekisten auf eine Ebene stellt, ist beim Steckregal richtig. Unsere Steckregale sind außerdem GS-geprüft und tragen das RAL-Gütezeichen RAL-RG 614.

Dazu kommt die Pflege: Schraubverbindungen können sich unter wechselnder Belastung lockern. Bei Schraubregalen gehört das Nachziehen der Schrauben deshalb zur regelmäßigen Kontrolle. Beim Steckregal prüfen Sie nur, ob alle Böden fest sitzen.

Wichtig bei beiden Systemen: Die Fachlast gilt bei gleichmäßig verteilter Last. Zusätzlich begrenzt die Feldlast das Gesamtgewicht aller Böden eines Feldes. Wie beide Werte zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Fachlast vs. Feldlast.

Maße: Wo das Schraubregal an Grenzen stößt

Unsere Schraubregale reichen bis 250 cm Höhe, 125 cm Breite und 60 cm Tiefe. Das deckt die üblichen Fälle in Keller, Büro und Archiv ab. Steckregale gehen weiter: bis 300 cm Höhe, 170 cm Breite und 80 cm Tiefe.

Brauchen Sie mehr als 60 cm Tiefe, etwa für große Kartons oder liegende Reifen, oder ein Feld breiter als 125 cm, führt kein Weg am Steckregal vorbei. Dasselbe gilt für Lagerräume mit mehr als 2,50 m Höhe, die Sie bis oben nutzen wollen.

Messen Sie vor der Auswahl die lichte Höhe unter Rohren und Lampen, nicht die Wandhöhe. Beim Schraubregal kommt ein Punkt dazu: Es wird liegend zusammengeschraubt und dann aufgerichtet. Dabei braucht es etwas mehr Raumhöhe als im Stand, bei 250 cm Höhe und 60 cm Tiefe rund 2,60 m.

Wer eine ganze Wand füllen möchte, kombiniert ein Grundregal mit Anbauregalen. Sie teilen sich einen Rahmen mit dem Nachbarfeld, das spart Platz und Geld gegenüber mehreren einzelnen Regalen.

Aufbau: 30 Minuten gegen eine knappe Stunde

Ein Steckregal bauen Sie ohne Werkzeug auf: Rahmen aufstellen, Böden einhängen, fertig. Ein Gummihammer hilft beim sauberen Einrasten. Ein Feld steht meist in unter 30 Minuten, auch wenn Sie allein sind.

Beim Schraubregal setzen Sie Winkelprofile und Böden liegend zusammen und richten das Regal danach auf. Sie brauchen einen M8-Schraubenschlüssel oder einen Akkuschrauber und rechnen mit 45 bis 60 Minuten pro Feld. Tragen Sie Schutzhandschuhe, die Kanten der Profile sind scharf. Zu zweit geht das Aufrichten deutlich leichter.

💡

Wichtig beim Schraubregal: Der unterste Fachboden gehört höchstens 20 cm über den Boden, der oberste in die obersten Löcher der Profile. Diese beiden Böden steifen das Regal aus. Sitzen sie weiter innen, leidet die Stabilität.

Bebilderte Anleitungen für beide Systeme finden Sie unter Aufbauanleitungen.

Umbauen, umziehen, erweitern

Bei beiden Systemen lassen sich die Böden in der Höhe versetzen. Der Unterschied liegt im Aufwand. Beim Steckregal hängen Sie einen Boden aus und eine Stufe tiefer wieder ein, das ist in einer Minute erledigt. Beim Schraubregal lösen Sie mehrere Schrauben, versetzen den Boden und ziehen wieder an.

Bauen Sie ein Regal mehrmals im Jahr um, etwa weil sich der Bestand im Vorratsraum mit der Saison ändert, ist das ein spürbarer Unterschied. Steht das Regal im Archiv und trägt zehn Jahre lang dieselben Ordner, spielt er kaum eine Rolle.

Beim Umzug fällt das Argument stärker aus. Ein Steckregal bauen Sie ab und am neuen Ort ohne Verlust wieder auf. Bei Schraubregalen leiden Gewinde und Muttern mit jedem Auf- und Abbau, und verlorene Kleinteile müssen Sie nachkaufen. Wer in einer Mietwohnung oder einer gemieteten Halle plant, sollte das einrechnen.

Erweitern lassen sich beide Systeme mit Anbauregalen, die an ein bestehendes Grundregal angebaut werden. Am Anfang jeder Reihe steht immer ein Grundregal.

Warum Sie die Systeme nicht mischen können

Steck- und Schraubregale verbinden ihre Teile auf unterschiedliche Weise und sind nicht miteinander kombinierbar. Ein Anbauregal aus dem einen System passt nicht an ein Grundregal des anderen, und auch die Böden lassen sich nicht tauschen.

Das macht die Wahl zu einer Systementscheidung. Wenn Sie heute zwei Felder brauchen und in zwei Jahren vier, legen Sie sich mit dem ersten Grundregal fest. Entscheiden Sie deshalb nach dem Endausbau, den Sie für den Raum erwarten. Das gilt besonders, wenn später schwerere Ware dazukommt: Ein Schraubregal mit 150 kg Fachlast lässt sich nicht auf 230 kg aufrüsten.

Welches System zu Ihrem Raum passt

Nehmen Sie ein Steckregal, wenn Sie mehr als 150 kg auf eine Ebene legen, mehr als 60 cm Tiefe oder mehr als 125 cm Breite brauchen, ohne Werkzeug und ohne zweite Person aufbauen möchten, die Ebenen öfter umräumen oder mit einem Umzug rechnen. Das trifft auf die meisten Keller, Garagen und Werkstätten zu. Zur Auswahl: Steckregale, für den Keller Kellerregale.

Nehmen Sie ein Schraubregal, wenn Ihr Lagergut unter 150 kg pro Ebene bleibt, die Maße passen, das Regal über Jahre am selben Platz mit demselben Inhalt steht und der Preis im Vordergrund steht. Typisch sind Archive, Büro-Nebenräume und ruhige Lagerräume. Zur Auswahl: Schraubregale, für Ordner auch Aktenregale.

⚠️

Kippsicherung: Sind die oberen Ebenen schwer beladen, sichern Sie das Regal an Wand oder Boden. Ab einem Verhältnis von Höhe zu Tiefe von 5:1 ist das dringend empfohlen, bei 40 cm Tiefe also ab 200 cm Höhe.

Im gewerblichen Einsatz kommt die regelmäßige Regalprüfung dazu. Die Details stehen im Ratgeber Regalprüfung nach DIN EN 15635. Ob verzinkt oder pulverbeschichtet besser zu Ihrem Raum passt, erklärt der Ratgeber Materialwahl bei Regalen.

Noch unsicher, welches System passt?

Planen Sie eine ganze Wand aus Grund- und Anbauregalen, stellen Sie die Reihe im Regalkonfigurator zusammen. Oder Sie rufen uns an, dann rechnen wir die Aufteilung gemeinsam durch.

Steckregale entdecken
Andreas Knittel, Geschäftsführer Lagerknecht GmbH

Autor

Andreas Knittel

Geschäftsführer der Lagerknecht GmbH. Seit 2009 Fachhändler für Regalsysteme Made in Germany aus dem Braunschweiger Land.

Julius Knittel, Ihr Ansprechpartner bei Lagerknecht
Ihr Ansprechpartner Julius Knittel 05302 930239 info@lagerknecht.de
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